R-Wert und K-Wert - was bedeuten sie bei Samen?

In unserem heutigen Cermeterblogartikel thematisieren wir das Thema Kennwerte bei Samen. Wie Sie eventuell mitbekommen haben, haben wir unser Sortiment diesbezüglich kürzlich erweitert. Inzwischen können wir Ihnen - je nach Verfügbarkeit - Samen für folgende Baumarten anbieten:

Bei Betrachtung der Artikelbeschreibungen fällt Ihnen sicherlich auf, dass der so genannte R-Wert sowie der so genannte K-Wert angegeben sind. Was bedeuten sie? Und gibt es noch weitere wichtige Kennwerte in Bezug auf Samen?

 

K-Wert (Keimfähigkeit)

Der K-Wert beschreibt die Keimfähigkeit, also den Anteil der Samen, die unter optimalen Bedingungen keimen können, also lebensfähig sind. Er wird in Prozent angegeben. Ein K-Wert von 80 % bedeutet beispielsweise, dass 80 von 100 Samen keimen können.

 

Wie wird der K-Wert ermittelt?

Der K-Wert wird durch standardisierte Keimtests im Labor bestimmt. Dabei werden die Samen unter idealen Bedingungen (optimale Temperatur, Feuchtigkeit, Lichtverhältnisse, ...) zum Keimen gebracht. Die Anzahl der gekeimten Samen wird dann im Verhältnis zur Gesamtmenge der getesteten Samen berechnet.

 

Warum ist der K-Wert wichtig?

Der K-Wert ist ein zentraler Indikator für die Qualität des Saatguts. Ein hoher K-Wert bedeutet, dass ein Großteil der Samen keimfähig ist, während ein niedriger K-Wert auf eine geringere Keimleistung hinweist. Dies ist besonders wichtig, um die benötigte Saatgutmenge für eine Pflanzung zu berechnen. Zu beachten ist, dass der K-Wert bei unterschiedlichen Baumarten sehr verschieden sein kann. Auch der Jahrgang spielt eine Rolle.

 

R-Wert (Reinheit)

Der R-Wert beschreibt die Reinheit und gibt den Anteil der reinen, keimfähigen Samen in einer Saatgutcharge an. Er wird ebenfalls in Prozent angegeben und beschreibt, wie viel des Saatguts tatsächlich aus Samen der gewünschten Pflanzenart besteht. Der Rest der Charge kann aus Verunreinigungen wie Schalen, nicht keimfähigen Samen, Fremdsamen oder anderen organischen und anorganischen Bestandteilen bestehen.

 

Wie wird der R-Wert ermittelt?

Der R-Wert wird durch eine physikalische Analyse der Saatgutprobe bestimmt. Dabei werden die reinen Samen von Verunreinigungen getrennt und gewogen. Der Anteil der reinen Samen wird dann im Verhältnis zur Gesamtmasse der Probe berechnet.

 

Warum ist der R-Wert wichtig?

Der R-Wert hilft, die Qualität des Saatguts zu beurteilen. Ein hoher R-Wert bedeutet, dass die Charge fast ausschließlich aus reinen Samen besteht, während ein niedriger R-Wert auf eine stärkere Verunreinigung hinweist. Dies ist wichtig, um sicherzustellen, dass die Saatgutmenge effizient genutzt wird.

 

Kombination aus K-Wert und R-Wert

Zusammen helfen diese Werte, die Qualität und die erwartete Keimleistung der Samen besser einzuschätzen. Die Kombination aus R-Wert und K-Wert gibt ein vollständiges Bild der Saatgutqualität. Selbst wenn der K-Wert hoch ist, kann ein niedriger R-Wert bedeuten, dass ein großer Teil der Charge aus Verunreinigungen besteht. Umgekehrt kann ein hoher R-Wert bei einem niedrigen K-Wert darauf hinweisen, dass die Samen zwar rein, aber nicht keimfähig sind. Beide Werte sind daher entscheidend, um die benötigte Menge an Saatgut für eine erfolgreiche Pflanzung zu berechnen.

 

Weitere relevante Kennwerte bei forstlichem Saatgut

Neben dem R- und K-Wert gibt es noch weitere Kennwerte, die bei der Beurteilung von Saatgut wichtig sein können:

  • Tausendkorngewicht (TKG): Das Tausendkorngewicht gibt das Gewicht von 1.000 Samen in Gramm an. Es ist ein wichtiger Parameter, um die benötigte Saatgutmenge für eine bestimmte Fläche zu berechnen. Bei größeren Verkaufsmengen wird der Samen nicht mehr händisch abgezählt sondern anhand des TKG ermittelt und anschließend versendet.
  • Keimdauer: Die Keimdauer beschreibt die Zeit, die die Samen benötigen, um unter optimalen Bedingungen zu keimen. Manche Samen keimen innerhalb weniger Tage, während andere Wochen oder sogar Monate benötigen. Dies ist besonders bei forstlichem Saatgut relevant, da viele Baumarten eine längere Keimdauer haben.
  • Herkunft: Die Herkunft des Saatguts ist bei forstlichen Pflanzen von großer Bedeutung, da sie die genetische Anpassung an bestimmte Standorte beeinflusst. Saatgut aus einer bestimmten Region ist oft besser an die klimatischen und ökologischen Bedingungen dieser Region angepasst. Das Forstvermehrungsgutgesetz (FoVG) hat zum Ziel, die genetische Vielfalt zu erhalten und eine nachhaltige Forstwirtschaft zu sichern. Deswegen regelt es die Herkunft, Erzeugung und den Handel von forstlichem Vermehrungsgut (Saatgut, Pflanzen).
  • Stratifikationsbedarf: Viele forstliche Samen benötigen eine sogenannte Stratifikation, also eine Kältebehandlung, um ihre Keimruhe zu brechen. Der Stratifikationsbedarf gibt an, wie lange und unter welchen Bedingungen die Samen vor der Aussaat behandelt werden müssen.
  • Erntejahrgang (EJG): Der Erntejahrgang ist ebenfalls wichtig. Tendenziell ist es besser, Samen aus neueren Jahrgängen einzusetzen. Unterschiedliche Baumarten sind dabei unterschiedlich sensibel. Zu bedenken ist, dass die letzte Ernte meistens im vergangenen Herbst stattgefunden hat. Das bedeutet, dass beispielsweise im Sommer 2025 der neueste verfügbare Erntejahrgang der EJG 2024 ist.

P.S.: Von der im Bild abgebildeten Koreatanne haben wir aktuell leider noch keinen Samen im Angebot. Dafür aber Setzlinge welche auch als Weihnachtsbaum interessant sind. Eine Übersicht über unser Sortiment finden Sie HIER.

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Kommentare: 2
  • #1

    Peter R. (Freitag, 07 November 2025 14:16)

    Sehr interessant!

  • #2

    Cermeter GbR (Mittwoch, 26 November 2025 17:46)

    Vielen Dank für die Rückmeldung @Peter R.!